Geführte Nordlichttouren vs. selbstgeführte Touren: Ein ehrlicher Vergleich
Was macht eigentlich ein Aurora-Guide?
Eine gängige Annahme ist, dass ein Polarlichtführer Sie einfach an einen dunklen Ort fährt und wartet. Die Realität sieht ganz anders aus. Ein guter Leitfaden für jede Nacht ist die Überwachung von drei oder vier Wettersatelliten-Feeds, der dreitägigen Kp-Vorhersage der NOAA, des Wolkenbedeckungsradars und der Ortskenntnis von zwei Dutzend Orten in einem Umkreis von 100 km. Ihre Aufgabe ist es, einen klaren Himmel zu finden, und oft müssen sie um Mitternacht 40–60 km weit fahren.
Sie bieten auch Fotografie-Coaching in Echtzeit an – Sie passen Ihre Einstellungen an, schlagen Kompositionen vor und helfen Ihnen dabei, etwas einzufangen, auf das Sie tatsächlich stolz sein werden, und nicht nur einen verschwommenen Abstrich. Und bei Notfällen bei kaltem Wetter (Erfrierungen, ein Fahrzeug, das nicht anspringt) macht ein Leitfaden den Unterschied zwischen einer Unannehmlichkeit und einer echten medizinischen Situation aus.
Der Fall für Self-Guided
Selbstgeführte Polarlichtjagd ist in Finnisch-Lappland durchaus machbar, wenn: Sie ein erfahrener Winterfahrer sind, der nachts auf vereisten Straßen zurechtkommt, Sie verstehen, wie man Polarlicht-Vorhersage-Apps liest (SpaceWeatherLive, My Aurora Forecast), Sie eine gute Kamera haben und Ihre Einstellungen kennen und Sie flexibel sind, wenn es darum geht, an aufeinanderfolgenden Nächten bis 2–3 Uhr morgens wach zu bleiben.
Wenn Sie in einer klaren Nacht mit einem Kp ≥ 2 ein Auto mieten und aus Ruka oder Rovaniemi herausfahren, werden Sie sehr wahrscheinlich Polarlichter sehen. Finnland verfügt über ausgezeichnete Landstraßen, eine klare Beschilderung und nachts sehr wenig Verkehr.
Der Fall für Guided
Geführte Touren werden dringend empfohlen, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft: Sie sind zum ersten Mal auf der Jagd nach Polarlichtern, Sie fahren nicht auf Eis/Schnee, Sie möchten professionelle Fotos, Sie reisen als Familie oder Gruppe mit unterschiedlichem Fitnessniveau oder Sie wünschen eine Garantie. Die Fähigkeit zu wissen, in welche Richtung man fahren muss, wenn die Wolkendecke lückenhaft ist, ist mehr wert als jede Ausrüstung.
Preisvergleich
Unsere geführte Nordlichttour kostet 198 € pro Person – inklusive arktischer Kleidung, heißen Getränken, Snacks am Lagerfeuer, Fotocoaching und der Aurora-Garantie. Ein Mietwagen (mindestens 7 Nächte im Winter, mit Winterreifen) kostet 400–600 € pro Woche. Wenn Sie Treibstoff, Parken und Ihre eigene Kleidung hinzufügen, kommen Sie auf 150–200 € pro Person in einem Paar – vergleichbare Preise, aber mit mehr Verantwortung und ohne Garantie.
Unsere Empfehlung
Für Neueinsteiger: Buchen Sie immer eine Führung für mindestens 2 Nächte. Nutzen Sie die verbleibenden Nächte zur Selbsterkundung, wenn Sie sich im Auto wohl fühlen. Für erfahrene Lappland-Reisende: Selbstgeführte Touren sind ein befriedigendes Abenteuer, und für Tagesausflüge benötigen Sie ohnehin ein eigenes Fahrzeug. Kombinieren Sie beide Ansätze, um das Beste aus jedem herauszuholen.
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